Wirtschaft
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Gefährlicher Deal: Milliarden für Konzerne und Strompreiserhöhung für uns Kunden?
13.03.2018

Das ist eine historische Vereinbarung, die den deutschen Energiemarkt radikal verändert. Zwei Erzrivalen EON und RWE werden das Geschäft mit Kraftwerken und Stromnetzen unter sich aufteilen. Da es zur Monopolisierung der Energiebranche kommen kann, sollen die Wettbewerbshüter die erzielte Einigung noch genehmigen.
 
Der Atomausstieg Deutschlands hat die Positionen der größten Energieversorger auf dem Markt erheblich erschüttert. EON und RWE mussten ihre Profite um Milliarden nach unten korrigieren. In dieser Hinsicht ist die erzielte Vereinbarung eine notgedrungene Maßnahme, die eine neue Überlebensstrategie der Großkonzerne darstellt. EON setzt dabei auf das Netz- und Stromvertriebsgeschäft, indem der Konzern das RWE-Tochterunternehmen Innogy mit 23 Millionen Kunden übernimmt. Im Gegenzug bekommt RWE Kraftwerke von EON, um sich auf die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien zu spezialisieren.
 
Die Vereinbarung kann dazu führen, dass alle alternativen Stromanbieter vom Markt verdrängt werden. Die Monopolisierung führt unweigerlich zur Preiserhöhung. „Wir gehen davon aus, dass die Wettbewerbshüter da genau hinsehen“ sollen, meint Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfallen. Die Bundesregierung hatte jedoch immer Angst, dass die deutsche Energiebranche an ausländische Konzerne ausverkauft wird. Von daher ist zu erwarten, dass die Vereinbarung genehmigt und die mögliche Erhöhung der Strompreise in Kauf genommen wird.

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