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Horror-Chefs auf Anklagebank: 35 Mitarbeiter wurden zum Selbstmord getrieben
14.05.2019

In Paris begann ein beispielloser Mobbing-Prozess gegen ehemalige Telekom-Manager. Vor zehn Jahren sollten sie 35 Mitarbeiter zum Selbstmord getrieben haben.  Für den von ihnen „organisierten Mobbing“ müssen die sieben Vorgesetzten nun vor Gericht verantworten.
 
Eine unglaubliche Suizid-Serie ereignete sich vor zehn Jahren bei der France-Télécom. Der ehemalige Chef Didier Lombard und weitere sechs Manager haben bei der Umstrukturierung des Unternehmens nach der Privatisierung dermaßen Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt, dass 35 von ihnen Suizid begonnen haben.
 
Die Ermittler sprechen von dem „organisierten Mobbing“. Die Vorgesetzten schafften ein außerordentlich schwieriges Arbeitsklima, das als „außergewöhnlich brutal“ von den Gewerkschaften beschrieben wurde. In den Jahren 2008 und 2009 mussten rund 22.000 von den 120.000 Mitarbeitern das Unternehmen verlassen. Lombard äußerte sich damals vor den Managern, dass er das Programm zum Stellenabbau, „ob durch das Fenster oder durch die Tür“, umsetzen werde. Mitangeklagt sind auch der frühere Personalchef Olivier Barberot und vier weitere Komplizen. Im Vergleich zu den 35 verlorenen Menschenleben droht den Angeklagten eine mickrige Strafe von bis zu einem Jahr Haft und eine 15.000 Euro Geldstrafe.
 
 
 

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