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H&M bespitzelt Mitarbeiter auf ganz üble Weise
27.01.2020

Die schwedische Modekette H&M muss sich den Vorwürfen, Mitarbeiter heimlich ausspionieren, erneut stellen. Bereits im Dezember 2019 ermannte Verdi das Modeunternehmen wegen des unerlaubten Speicherns persönlicher Daten von Mitarbeitern in Nürnberg. Die Modekette reagierte prompt und nahm den Vorfall nach ihren Angaben ernst. Offensichtlich war es nur eine Ausrede: H&M bespitzelte seine Mitarbeiter weiter im großen Stil.

 

Diesmal kam es zu den massiven Verstößen gegen Datenschutzrechte des Personals in Hamburg, wo H&M seine Deutschlandzentrale hat. „Das qualitative und quantitative Ausmaß der für die gesamte Leitungsebene des Unternehmens zugänglichen Mitarbeiterdaten zeigt eine umfassende Ausforschung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten Jahren ohne vergleichbares Beispiel ist“, erklärte der Landesdatenschutzbeauftragte in Hamburg Johannes Caspar.

 

Die Mitarbeiterspionage wurde durch reinen Zufall aufgeflogen - ein Mitarbeiter fand beim Durchsuchen des internen IT-System einen offen zugänglichen Ordner mit sensiblen privaten Informationen. Das Unternehmen soll Daten über die Krebskrankheiten, eine Blasenschwäche oder die Scheidungsplänen des Personals gesammelt, die sowohl aus den Gesprächen mit Teamleitern und Vorgesetzten, als auch aus „Plauderrunden in den Büroräumen oder während Raucherpausen“ stammen. Ein Bußgeldverfahren wegen des Verdachts der Ausforschung von Mitarbeitern wurde eingeleitet.  

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