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„In Deutschland könnte ich überleben, aber nicht leben": Rentner fliehen vor Altersarmut
21.02.2020

Die Rente reicht nicht aus, um das Leben in Deutschland zu finanzieren. Die einzige Möglichkeit, die den älteren Menschen übrig bleibt – Auswanderung. „Wir mussten fortgehen, um keinem zur Last zu fallen“, erzählt ein Rentner, der jetzt in Bulgarien lebt. Als eines der ärmsten Länder in der EU ist Bulgarien für viele deutsche Rentner zur letzten Zuflucht geworden.
 
Der durchschnittliche Lohn liegt in Bulgarien bei 320 Euro im Monat. Die Grundsicherung im Alter beginnt in Deutschland mit 750 Euro. Da die Lebenshaltungskosten in Bulgarien viel niedriger als hier sind, ziehen deutsche Rentner dorthin, um das Leben in Würde zu beenden. Bislang galt Thailand als beliebteste Alternative zur Armut in der Heimat. Etwa 30.000 deutsche Rentner leben dort. Ein Urlaubsparadies kann aber schnell zum Albtraum werden. Wenn man krank wird, muss man alles selber bezahlen. Da Bulgarien ein EU-Land ist, gilt dort der Schutz der deutschen Krankenversicherung. Die medizinische Versorgung ist jedoch so katastrophal, dass die Rentner lieber gesund bleiben sollen. Solange es geht. 
 
"In Deutschland könnte ich mir kein Auto mehr leisten, keine vernünftige Wohnung und auch kein vernünftiges Essen und Trinken", erzählt der Auswanderer Waldemar Hackstätter „In Deutschland könnte ich überleben, aber nicht leben", so sein Fazit. Rechnet man seine Rente und die seiner Frau zusammen, kommt man auf 1200 Euro im Monat. Vor zehn Jahren haben sie sich entschieden, vor Altersarmut nach Bulgarien zu fliehen. Dort besitzen sie ein Haus mit einem Garten. Eine Rückkehr in die Heimat können sie sich nicht mehr vorstellen.
 
 

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