Wirtschaft
Wirtschaftskrieg gegen die deutsche Wirtschaft
16.02.2020

Was bereits seit Längerem, von seiner Zeit noch als Pessimisten oder gar Schwarzsehern bezeichneten Kommentatoren prognostiziert wurde, ist nun im letzten Quartal des vergangenen Jahres zur traurigen Wahrheit geworden​. In ihrem Artikel vom letzten Freitag beschrieb die "Welt" , wie der deutschen Wirtschaft, namentlich der Exportwirtschaft zum Jahresende die Puste ausgegangen ist. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte in den letzten drei Monaten gegenüber dem Vorquartal, gab das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten am Freitag in Wiesbaden bekannt.

Im Gesamtjahr legte das Bruttoinlandsprodukt 2019 um gerade einmal 0,6 Prozent zu. Das war deutlich weniger als jeweils in den beiden Vorjahren. Ähnlich schwach wie 2019 war das Wachstum zuletzt 2013.
Gründe für den Dämpfer bei der Konjunkturentwicklung in Europas größter Volkswirtschaft liegen den Angaben zufolge beim Aussenhandel. Deutschland führte weniger aus als im dritten Quartal. Die privaten und die staatlichen Konsumausgaben verloren nach einem sehr starken dritten Quartal zum Jahresende den Angaben zufolge an Dynamik.

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Und die Konjunktureintrübung in Deutschland hinterlässt bereits Spuren: Die Bundesbürger blicken so pessimistisch in die Zukunft wie lange nicht mehr und das Verbrauchervertrauen befindet sich laut Nielsen-Deutschland-Chef Jens Ohlig aktuell auf einen Zweijahrestiefstand. Nielsen befragt seit 14 Jahren regelmäßig Konsumenten in 64 Ländern nach ihren Zukunftserwartungen und ermittelt danach seinen Verbrauchervertrauensindex. 

Bundesregierung sieht bereits den "Silberstreif am Horizont"

Die Bundesregierung hat da eine ganz andere Ansicht. Der amtierende Bundeswirtschaftsminister sieht bei der Konjunktur schon wieder einen «Silberstreif am Horizont», so wie Peter Altmaier (CDU) jüngst sagte. «Es geht in kleinen Schritten, es geht nicht rasend schnell, aber der Weg geht nach oben.» Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent und für 2021 von 1,3 Prozent. Sie ist damit deutlich zuversichtlicher als Spitzenverbände wie der Industrieverband BDI. 

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Ob er da schon die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Import- sowie Exportindustrie auf der Rechnung hatte?

Laut des Artikels "The Four Coronavirus Scenarios: The Bad; The Worse; The Ugly; And The Unthinkable" auf dem konservativen US-Nachrichten Blog "Zero Hedge" gehen 7% der deutschen Exporte (96 Mrd. EUR) nach China, ein Viertel davon sind Autos. Der Rest Asiens macht 11% der deutschen Exporte aus. Somit werden fast ein Fünftel der deutschen Exporte direkt oder indirekt von der geringeren Nachfrage aus China sowie von der Unterbrechung der Transportwege betroffen sein. Da sich die deutsche Automobilproduktion bereits auf dem niedrigsten Stand seit 2010 befindet, könnte eine signifikante Schwäche der chinesischen Nachfrage einen ernsthaften Gegenwind für die deutsche Wirtschaft darstellen.

Doch nicht nur die Exporte werden etwas abbekommen.. Etwa 9% der gesamten deutschen Zulieferimporte kommen aus China. Der deutsche Automobilsektor könnte also Schwierigkeit bekommen, wenn es darum geht, die Importe wichtiger Bauteile aus China für die Produktion der Autos sicherzustellen. 

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Aber die auch die Bundesregierung selbst befeuert den Krieg gegen die eigene Industrie. Laut Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, wurde das einstige Premiumprodukt unserer Ingenieurskunst – das Automobil –, zuerst durch eine immens aufgeblasene Dieselschmutzkampagne beschädigt und anschließend pauschal als Umweltkiller diffamiert.

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