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Die Rechtsschutzversicherung ist überhaupt nicht sinnvoll?
23.01.2018

Leonid B. aus Neuss hat ein gründliches Versicherungspaket, das auf seine Bedürfnisse zugeschnitten war. Mehrere Jahre lang zahlte er regelmäßig Beiträge, um sich vor unerwarteten Schäden abzusichern. Schließlich gab es eine Lebenssituation, bei der er seine Rechtsversicherung in Anspruch nehmen wollte. Überraschenderweise musste er feststellen, dass die Versicherung nur drei Beratungsgespräche bei dem Anwalt übernommen hat. „Aufgrund des derzeitigen Schadenverlaufs möchten wir den Vertrag zu den bisherigen Konditionen nicht mehr fortführen“, hieß es in dem Schreiben der Versicherungsfirma.
 
Wie auch die anderen Kunden fragt sich der Neusser, ob eine Rechtsversicherung überhaupt sinnvoll ist. Aus Anwaltssicht ist die Antwort immer bejahend. Aus Verbrauchersicht sollte man aber die eigenen Verhältnisse und Vertragspunkte genau beachten. Die Versprechungen seien groß, die tatsächlichen Leistungen seien aber im Kleingedruckten zusammenzusuchen, sagt Rechtsanwalt Günther Koy. Zum Beispiel bietet die Rechtsschutzversicherung einen Internetrechtsschutz an. Eigentlich klingt gut. Wer das Kleingedruckte genau liest, entdeckt aber einen Haken. Es geht ausschließlich um den Internetvertragsrechtsschutz.
 
Im oben genannten Fall handelt es sich um eine Deckungssumme, die der Neusser vor dem Vertragsabschluss beachten sollte. Die Rechtschutzversicherung begleicht in der Regel alle Arten von Kosten, die in einem Prozess anfallen. Jedoch wird häufig eine Höchstgrenze festgelegt. Obwohl die Deckungssumme von 250.000 Euro beträchtlich klingt, reicht sie meist nur für die Verfahrenskosten bis in die zweite Instanz.
 

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