Wirtschaft
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So profitieren Jobcenter – Mitarbeiter von Wehrlosigkeit der Arbeitslosen?
27.03.2018

Wie DLF berichtet, setzte sich der Bundesrechnungshof mit den Bildungskursen für Arbeitslose auseinander. Dabei ist man zu einer Schlussfolgerung gekommen, dass das Jobcenter viele Kurse planlos verteilt. Sie seien nicht zielgerichtet und ohne Rücksicht auf die Belange der Leistungsberechtigten.
 
Die Jobcenter stecken die Arbeitssuchenden in Schulungsmaßnahmen, weil sogenannte Maßnahmen lukrativer seien. Schließlich schonen diese Maßnahmen die Statistik des jeweiligen Jobcenters, weil diese Arbeitssuchenden nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik für die Dauer der Schulung auftauchen. Vor allem Langzeitarbeitslose seien davon betroffen, weil sie schwerer zu vermitteln sind.
Auch die Mitarbeiter in den Jobcentern stehen unter einem enormen Motivationsdruck, weil ihre Verträge vom Vermittlungserfolg abhängen. Arbeitssuchende hingegen können sich nicht dagegen wehren, denn wenn sie diese Kurse ablehnen, müssen sie sanktioniert werden.
 
Diesem Medienbericht zufolge zeigte die Untersuchung des Bundesrechnungshofs, dass zu viele Maßnahmen eingekauft werden, um diesen Vermittlungserfolg zu garantieren. Es handelt sich dabei um Mehrausgaben von 190 Millionen Euro. "Ich schließe nicht aus, dass es Leute gibt, die unter dem Druck von ihren Vorgesetzten gebracht werden Menschen in Maßnahmen zu stecken und deshalb kann es sein, dass es Fälle gibt, wo Maßnahmen nur um der Maßnahmen willen gemacht werden. Aber die dürfen sich nicht verselbständigen und zum Selbstzweck werden. Und deshalb glaube ich auch nicht, dass das generell in der Bundesagentur für Arbeit so läuft", kommentieret Peter Clever von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gegenüber DLF. Danach prüfe man nur selten, ob diese Maßnahmen etwas gebracht haben.
 
„Stattdessen wartet man ab bis die Maßnahme stattgefunden hat, dann gibt man vielleicht zwei Wochen später nochmal einen Termin und das ist kein gutes Absolventenmanagement und behindert auch eine reibungslose Brücke aus der Maßnahme in Arbeit oder Ausbildung“, wies Clever auf diese Schwachstellen hin, die beseitigt werden müssen.

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