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Krankenkassen wollen Ärzte bestrafen - DAFÜR
31.01.2018

Privatpatienten bringen Ärzten mehr Geld als gesetzlich Versicherte. Deshalb werden sie häufig bevorzugt behandelt. Jetzt aber wollen die Union und die SPD das ändern und besprechen eine Lösung, mit der die Krankenkassen nicht zufrieden sein werden.
 
Wie der Spiegel berichtet, fordern die Krankenkassen ein festes Sprechstundenkontingent für gesetzlich Versicherte. „Ein Arzt, der eine volle Zulassung für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat, sollte zukünftig mindestens 30 Sprechstunden wöchentlich für gesetzlich Krankenversicherte anbieten müssen“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands Johann-Magnus von Stackelberg. Damit wäre eine Bevorzugung von Privatpatienten ein „ Verstoß gegen die Pflichten eines Kassenarztes“ und muss von den Kassenärztlichen Vereinigungen sanktioniert werden. Stackelberg begründete seine Meinung damit, dass ein Arzt sich bewusst dafür entscheidet, gesetzlich Versicherte zu behandeln. Nur durch die Beiträge von etwa 72 Millionen Kassenpatienten sei seiner Ansicht nach für Privatversicherte eine flächendeckende Versorgung möglich.
 
Die Krankenkassen wollen aber die dadurch mögliche Erhöhung der ärztlichen Honorare für die Behandlung von gesetzlich versicherten Patienten verhindern, denn es wäre viel zu teuer. Gesetzliche Krankenversicherungen befürchten dadurch steigende Beiträge. „Die Einführung einer einheitlichen Honorarordnung würde 90 Prozent der Menschen in diesem Land derzeit keinerlei Vorteile bringen, aber die Privatversicherten entlasten“, kommentierte Stackelberg.

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