Wirtschaft
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Krankschreibung wird abgeschafft
18.09.2019

Bürokratie plagt die Bundesrepublik. Dagegen will die Politik jetzt endlich vorgehen – schließlich soll die Wirtschaft um gut eine Milliarde Euro entlastet werden. Im Mai eigneten sich unter Führung von Wirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) die SPD und die Union auf einem Koalitionsgipfel. Auch die Arbeitnehmer kommen dabei auf ihre Kosten.

 

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform soll abgeschafft werden. Statt einen „gelben Zettel“ vorzulegen, wird im Krankheitsfall eine elektronische Meldung an den Arbeitgeber übermittelt. Die fast 80 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die jährlich ausgestellt werden, erstellen künftig die zuständigen Krankenkassen, die sowieso die nötigen Daten parat haben. Der Arbeitgeber kümmert sich dann um die Einholung der Krankmeldung selbst. So wird auch das Problem des rechtzeitigen Vorliegens aus der Welt geschafft. Das soll die Wirtschaft ein Ersparnis von rund 549 Millionen Euro bringen. Auch Hotels können auf die traditionellen Meldezettel verzichten und wahlweise ihre Gäste auch auf dem digitalen Wege registrieren.

 

Die “Bürokratieentlastungsgesetz III“ sieht auch andere entlastenden Neuerungen vor. Die betreffen vor allem rund 70.000 Selbständige. Künftig soll die Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro auf 22.000 Euro im Jahr angehoben werden – die Grenze blieb seit 20 Jahren unverändert. Auf Antrag wird man von der Umsatzsteuerpflicht befreit und spart sich dementsprechend den Aufwand für die Umsatzsteuer-Meldungen. Auch Unternehmen sollen sich die Mühe sparen und müssen ihre steuerrelevanten Unterlagen nicht mehr auf verschiedenen Dateiträgern speichern – ein Träger reicht zukünftig aus.

 

 

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