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Langsam wie eine Schildkröte: Finanzämter unter Druck
28.03.2019

Der Steuerbescheid lässt auf sich lange warten. Die Finanzämter arbeiten immer langsamer. Das geht aus einer Untersuchung des Bundes der Steuerzahler hervor. Im Jahr 2018 mussten die Steuerzahler sich noch länger als im Jahr zuvor gedulden.
 
Im Niedersachsen stieg die Bearbeitung von 56 auf 63 Tage, in Schleswig-Holstein von 44 auf 56 Tage. Auch Sachsen-Anhalt rutschte mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 50,7 Tagen ab. Am schnellten waren Berlin (38 Tage), Hamburg (39) und das Saarland (40).
 
Die Behörden suchen die Gründe in der neuen Belegpraxis. Es müssen keine Belege mehr zum Finanzamt geschickt werden. In manchen Fällen werden sie doch gebraucht und entsprechend nachgeschickt müssen. Dadurch verlängert sich die Bearbeitungszeit erheblich. Die Finanzämter akzeptieren mittlerweile nur noch die elektronischen Einkommensteuererklärungen. „Umgekehrt profitieren die Steuerzahler von der Digitalisierung bisher aber nur wenig. Es ist nur verständlich, dass dies viele Menschen verärgert“, sagte Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler.

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