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Mangel an Schutzmasken: Dreistigkeit von Händlern kennt keine Grenzen
15.04.2020

Coronavirus schlägt auf das Gesundheitswesen und die Altenpflegeeinrichtungen mit voller Wucht. Beim Dauereinsatz fehlen den Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern nicht nur die körperlichen und seelischen Kräfte. Die Schutzausrüstungen wie Masken oder Kitteln, die von dem Robert Koch Institut als unabdingbar eingestuft wurden, sind kaum zu kriegen. Das geschieht nicht nur deshalb, weil sie nicht genügend produziert werden. Die Dreistigkeit der Händler lässt die Preise für die Schutzausrüstung in den Himmel steigen.

 

„Für Artikel wie Mund- und Nasenschutz, die zuvor im Cent-Bereich lagen, werden nun sechs oder sogar zehn Euro aufgerufen", beklagt sich Björn Neßler, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Gütersloh und Vorstand der Diakonie Gütersloh. Und die Verkäufer lassen es nicht kleckern, sie klotzen förmlich. Vor der Corona-Krise kosteten 35 Flaschen Handdesinfektionsmittel je 150 Milliliter 54 Euro, nun werden 209 Euro dafür verlangt. Noch dreister sind die Preise für die Mundschutz-Masken gestiegen. Für rund 2,70 Euro konnte man sich eine Packung von 50 Stück kaufen, momentan kostet nur eine Maske 1,50 Euro. Wenn es um die FFP2-Masken geht, gehen die Preise ab zehn Euro aufwärts.

 

Wie sieht der Bedarf der Einrichtungen aus? Mehr als 20.000 einfache Mundschutz-Masken werden bei den Trägern der AG Wohlfahrt pro Woche benötigt. „Kürzlich wurden mir angebliche FFP2-Masken, die wie bessere Filtertüten mit Gummibändchen aussahen, für 5,35 Euro das Stück angeboten. Vor einigen Wochen waren diese für 46 Cent zu haben,“ sagte der Geschäftsführer von Verein Daheim Burkhard Kankowski. Auch für dieses Geld werden die dringend benötigten Masken nicht schnell zu kriegen - sie bleiben oft beim Zoll hängen. Auch eine andere Tendenz zeichnet sich zunehmend ab. Die Privatpersonen, die sich für die Produktion des Mundschutzes engagieren, werden von den dubiosen Anwälten abgemahnt.

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