Wirtschaft
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Neuer Ärztepräsident will Patienten vom Arztbesuch abschrecken
02.07.2019

Der neue Ärztepräsident Klaus Reinhardt will genauer hinsehen, wer, wann und weshalb zum Arzt geht“. Er möchte gerne eine finanzielle Selbstbeteiligung der Patienten bei häufigen Arztbesuchen einführen.

 

 

Bei mehrfachen und völlig unnötigen Arztbesuchen kann eine moderate wirtschaftliche Beteiligung zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit unseren knappen Ressourcen im Gesundheitswesen beitragen“, erklärte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Eine zweite oder sogar dritte Meinung hält Reinhardt für übertrieben. „Nicht jeder Besuch beim Arzt ist notwendig und sinnvoll“, sagte er. Gut erfasst, Herr Reinhardt, deshalb sucht man ja den Rat bei einem weiteren Arzt, wenn der Erste es zu nichts bringt. Mit kleinen Geldbeiträgen möchte der Ärztepräsident die Patienten davon abschrecken. Klaus Reinhardt sollte sich dringen mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen auseinandersetzen, denn die Einholung der zweiten ärztlichen Meinung wird normalerweise mit dem zu zahlenden Krankenkassenbeitrag abgedeckt.

 

 

Die Patienten müssen lernen, verantwortungsvoll mit der Ressource Arzt umzugehen“, so der Ärztepräsident. Das könnten die Kranken zum Beispiel bei den Ärzten selbst lernen, die mit ihren „Ressourcen“ sehr geschickt umgehen. Das wird leider oft nicht im Sinnen der Genesung der Patienten gemacht. Wer kennt das nicht: wenn ein Quartal zum Ende geht, kann man sich einen Arztbesuch ersparen. Die Untersuchungen werden so wie so aus Kostengründen, wenn überhaupt, erst im neuen Quartal verschrieben. Das wäre ganz bestimmt ein Arztbesuch zu viel.

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