Wirtschaft
Rentner müssen mehr Steuern zahlen?
13.12.2017

Wie der Focus berichtet, müssen nach Angaben der Bundesregierung voraussichtlich 54.000 Rentnerinnen und Rentner im kommenden Jahr  Steuern zahlen. Die sogenannte nachgelagerte Besteuerung wurde 2005 eingeführt und seitdem habe sich die Zahl der steuerpflichtigen Rentner diesem Medienbericht zufolge verdoppelt.
 
Für 2018 ist Rentenerhöhung um 3,0 Prozent im Westen und 3,2 Prozent im Osten geplant. Dadurch wird aber der Staat Steuermehreinnahmen von rund 300 Millionen Euro erzielen. Denn: Durch diese Erhöhung werden mehr Rentner das steuerfreie Existenzminimum überschreiten. Für Alleinstehende liege es bei 9000 Euro und für Paare - bei 18.000 Euro.
 
Nach Ansicht des Linken-Rentenexperten Matthias Birkwald seien viele Senioren mit der Steuererklärung, überfordert. „Wir brauchen schnelle, kostenlose und niedrigschwellige Hilfen für ältere Menschen und eine angemessene Personalausstattung in den Finanzämtern, damit hier eine sachgerechte Beratung stattfinden kann.“ Es sei ein Skandal, „dass wir jetzt den Punkt erreichen, an dem Renten unterhalb der Armutschwelle besteuert werden“. Dabei plädierte er dafür, dass der steuerfreie Grundfreibetrag auf 12.600 Euro jährlich erhöht werden soll. Dadurch könnten Rentner mit niedrigeren Renten entlastet.
 

Ab 2040 sollen alle gesetzlichen Renten komplett besteuert werden.

Tweet