Wirtschaft
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Null-Zins-Politik: Horror für Sparer hat kein Ende
24.01.2019

Die WELT stellt ironisch fest, dass EZB-Präsident Mario Draghi mit einem Rekord in die Geschichtsbücher eingehen kann: als Euro-Hüter, der in seiner Amtszeit nie die Zinsen angehoben hat. Das wird er sicherlich auch künftig nicht machen. Die Geldpolitik der EZB sei ein „Trauma der deutschen Sparer“.

Der Zinssatz liegt aktuell in einem negativen Bereich bei -0,4 Prozent. Das bedeutet, dass Anleger, die ihr Geld in einer europäischen Bank absichern wollen, am Ende um 0,4 weniger bekommen als sie angelegt haben. Selbst Mario Draghi versteht, dass dies eine anormale Situation ist und verspricht, den Leitzins auf dem Nullpunkt zu halten.

Draghi hält an seiner Überzeugung fest, dass die Banken, die keine Zinsen an die Anleger zahlen müssen, weiter ordentlich Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben, was letztendlich die europäische Wirtschaft ankurbeln sollte. Die Realität sieht ganz anders aus. „Angesichts der jüngsten Wachstumsabschwächung und den steigenden Risiken für die Konjunktur wächst das Risiko, dass die EZB sich schlafwandelnd auf die nächste Krise zubewegt“, sagt Carsten Brzeski, Chefökonom der ING Bank. Außerdem wollen viele Unternehmen in Südeuropa gar nicht groß investieren, weil sie zu wenig Aufträge haben. Sie fragen deshalb keine Kredite bei der Bank nach.

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