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Paketdienste: Zu Weihnachten droht der Kollaps
15.09.2017

Die Zahl der Internetbestellungen nimmt stetig zu, nur Tausende Zusteller fehlen der Logistikbranche. Zu Weihnachten droht deshalb ein Paket-Kollaps.
 
Obwohl der Online-Handel wächst und die Auftragslage für die Logistikdienstleister stetig steigt, hat die Branche ein gravierendes Problem – es fehlen Fahrer. Neuesten Zahlen zufolge sind derzeit 5.300 Stellen unbesetzt, obwohl in den vergangenen zwölf Monaten 19.300 Stellengesuche aufgegeben wurden. „Fahrer, insbesondere Berufskraftfahrer sind schwer zu bekommen“, kommentierte ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit in der „Wirtschaftswoche“.
 
Auch Branchenführer DHL nennt es eine „Herausforderung, den Bedarf an gutem Personal zu decken“ – vor allem in den Ballungsräumen. Frank Rausch, Deutschland-Chef des Paketdienstes Hermes sieht die Entwicklung ebenfalls kritisch: „Der Mangel an Fachkräften für die Paketzustellung wird sich absehbar weiter verschärfen.“ Wegen des Booms des Online-Handels werden schon seit Jahren immer mehr Berufsfahrer eingestellt.
 
Nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der Auslieferungsfahrer seit Dezember 2012 von 191.000 auf mittlerweile 240.000. Doch nun ist der Markt leer gefegt und bringt die Branche in akute Personalnot. Das könnte vor allem im Weihnachtsgeschäft massive Probleme verursachen: viele Überstunden bei den Auslieferungsfahrern, lange Wartezeiten bei den Empfängern.  

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