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Peinliche Trickserei: Die Bahn wird ab jetzt die Pünktlichkeit der Züge ganz eigenartig messen
11.03.2019

Pünktlichkeit ist bekanntlich die deutsche Tugend. So war es zumindest bis Sonntag, denn ab heute wird sie von der Deutschen Bahn neu definiert. Und die Vorstellung von der Pünktlichkeit unterscheidet sich bei dem Verkehrsunternehmen von den allgemeinen Normen gewaltig. 


Ab heute gilt, dass ein sich auf 15 Minuten verspäteter ICE immer noch als pünktlich angesehen werden soll. Die Bahn führt eine neue Pünktlichkeitsmessung ein und misst nicht nur, ob die Ankunft am Endbahnhof mit mehr oder weniger als eine Viertelstunde Verspätung geschah, sondern es werden auch die Ersatzzüge und die noch erwischte Anschlusszüge berücksichtigt. Somit übernimmt die Bahn die Pünktlichkeitsgrenzen aus dem Flug- oder Fernbusverkehr.

 

Die neue Pünktlichkeitsmessung erntet eine scharfe Kritik von der Seite der Verkehrspolitiker. „In Deutschland sollen die Uhren für die Bahn nun ganz anderes ticken, das ist eine politische Kapitulationserklärung der Bahn und des Verkehrsministers. Das Versprechen von Minister Scheuer, die Pünktlichkeit bei der Bahn durch eine „Zeitumstellung“ zu erfüllen, ist eine dreiste und peinliche statistische Trickserei“, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundesfraktion Oliver Luksic.

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