Wirtschaft
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Rheinbahn-Geheimnis: Lebenslange Gehälter von 8.000 Euro monatlich
08.04.2019

Seit 30 Jahren hütete die Düsseldorfer Rheinbahn ein Geheimnis, dass dank der EXPRESS ans Licht kam. Rund 100 Mitarbeiter, darunter auch ein Aufsichtsratsmitglied, wurden mit lebenslangen Arbeitsverträgen beschert und bekommen ihre Gehälter bis das Lebensende. „Diese Verträge gibt es. In ihnen wurde ein tarifvertraglicher Altersgrenze-Passus vergessen. (...) Das begann 1980 und dauerte bis 2001, als es auffiel“, erklärte der Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.

 

Diese Verträge werden bei der Rheinbahn als „Papst-Verträge“ genannt. Manche Mitarbeiter haben mit den Gehältern von 8.000 Euro monatlich sprichwörtlich „Papst in der Tasche“. „Es wurde geprüft, und es gab rechtlich keine Möglichkeit, diese Verträge zu ändern“, so Schumacher.

 

Ausgerechnet Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinbahn und Oberbürgermeister in einer Person Thomas Geisel wusste davon nichts. „Auf jeden Fall ein schweres Versäumnis der Rechtsabteilung. Da muss man versuchen, zu Lösungen zu kommen“, so Geisel. Solche Fehler passieren tatsächlich, aber eher bei Start-ups. „Der Arbeitgeber hat ganz schlechte Karten, wenn das Austrittsdatum nicht im Vertrag steht oder ein Verweis auf einen entsprechenden Passus in einem Tarifvertrag fehlt“, erklärte Daniel Hautumm, Fachjurist für Arbeitsrecht in Düsseldorf.

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