Wirtschaft
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Sammelklage gegen Boeing wegen "beispielloser Vertuschung der Fehler"
03.07.2019

Ab März diesen Jahres bis auf Weiteres bleiben die Boeing 737-Maschinen am Boden. Es wurde ein Flugverbot ausgesprochen, nachdem erst 157 Passagiere einer 737 Max in Äthiopien ums Leben kamen und später 189 Insassen der gleichen Maschine beim Absturz in Indonesien starben. Schuld daran war angeblich das neue Stabilisierungssystem MCAS, zu dem ein Softwareupdate vorgenommen wurde. Nun droht Boeing eine Sammelklage.

 

 

Ein US-Pilot behauptet, dass der Konzern schon lange vor dem Abstürzen über das Problem mit der 737 Max Bescheid wusste. Nach seiner Meinung nahm Boeing die Abstürze und Startverbote in Kauf. Infolgedessen wurde eine Sammelklage bei einem Gericht im US-Bundesstaat Illinois eingereicht, an der sich rund 400 Piloten anschließen können.

 

 

Die Anschuldigungen sind schwer. Boeing und der US-Luftfahrtbehörde wird "eine beispiellose Vertuschung" bekannter Fehler der 737 Max zur Last gelegt. Sowohl die Katastrophen, als auch die darauf folgenden Flugverbote seien deshalb "vorhersehbar" gewesen. Als weitere Anklagepunkte nennt der Pilot "erhebliche Einkommenseinbußen" sowie "schweres emotionales und mentales Leid". Da der Hersteller die Airlines und Piloten über die Probleme der Max 737 nicht warnte, wurden die Crew und Piloten dazu gezwungen, sich selbst und die Passagiere in Gefahr zu bringen. Laut der letzten Enthüllungen wurde das Modell 737 aus Angst, American Airlines als Kunde zu verlieren, vom Boeing viel zu eilig entwickelt. Dabei sparte der Konzern an den Kosten für die Softwareentwicklung dadurch, dass die unterqualifizierten Programmierer für 9 Euro die Stunde in Indien engagiert wurden. Ehemalige Mitarbeiter erzählen, dass „es deutlich weniger effizient war, als wenn Boeing-Ingenieure es gemacht hätten. Es ging oft hin und her, weil der Code nicht stimmte.“ Ein anderer sagte: „Boeing hat alles mögliche gemacht, alles, was man sich vorstellen kann, um die Kosten zu reduzieren.“

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