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Selbständige Arbeit wird immer unattraktiver - darum
26.06.2019

Immer weniger Menschen entscheiden sich für Selbständigkeit. Personaldienstleister ADP führte eine große Befragung zu diesem Thema durch und dabei kam heraus, dass die Zahl der Selbständigen innerhalb der letzten drei Jahre rasant gesunken ist. Im Jahr 2016 beabsichtigten rund 18, 1 Prozent der Arbeitnehmer, sich selbständig zu machen. 2017 waren es noch 16,8 Prozent und in diesem Jahr rutschte die Zahl auf 12,6 Prozent ab. Für die Volkswirtschaft könnte diese Tendenz problematisch sein.

 

 

Die Zahl der Selbstständigen geht jedes Jahr zurück. Das liegt vor allem daran, dass abhängige Beschäftigung immer attraktiver wird“, erklärt Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung. „Arbeitgeber sind heute viel eher bereit, auf die Wünsche der Arbeitnehmer einzugehen“, bestätigt Steven Van Tuijl, Deutschlandchef von ADP. Von Arbeitgebern werden mittlerweile flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, fachfremde Projekte und Ausbildungen angeboten. “Solche Angebote bieten Angestellten das, was sie früher in der Selbstständigkeit gesucht haben; etwa Herr ihrer eigenen Zeit zu sein oder sich mit neuen Themen zu beschäftigten“, sagt Van Tuijl.


 

Ist ist aber auch viel schwieriger geworden, ein Unternehmen zu gründen. „In der Regel müssen Gründer auf Themen wie Steuern, Abgaben, Datenschutz oder Arbeitnehmerschutz genauso viel Zeit verwenden wie auf das eigentliche Geschäft. Dabei geht so viel Zeit drauf, dass es schwierig wird, das eigene Geschäft voranzutreiben“, so Van Tuijl. Für die Volkswirtschaft ist diese Entwicklung alarmierend. „Wenn die sinkende Zahl der Selbständigen dazu führt, dass weniger Start-ups gegründet werden, ist das kritisch, weil das die Innovationsfähigkeit der Volkswirtschaft einschränkt“, erklärte Weber. „Ein Start-up bringt einfach mehr Innovation als ein durchschnittlicher Beschäftigter.“

 

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