Wirtschaft
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Skandal: Bayer-Tochter Monsanto überwachte Konzern-Kritiker
16.05.2019

Der Bayer-Konzern wird die Probleme mit seiner US-Tochter Monsanto nicht los. Erst klagten tausende Krebskranke wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in den USA. Jetzt rollt eine Klage wegen illegaler Erfassung privater Daten aus Frankreich: Monsanto führte eine geheime Liste mit Kritikern in Frankreich.

 

Seit 2016 sollte die US-Tochter Monsanto eine geheime Liste mit Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten geführt haben, die Kritik gegenüber dem Unternehmen äußerten. Laut dem Sender France 2 diente die Liste zur Überwachung und „Erziehung „von besonders harten Rivalen des Konzerns. Zuletzt standen etwa 20 Namen drauf, die von den PR-Agenturen mit Noten von 0 bis 5 gekennzeichnet wurden. Die Benotung erfolgte nach Einfluss und Grad der Unterstützung für Monsanto. Außerdem wurden die Privatadressen, Telefonnummer und Hobbys der beobachteten Personen aufgelistet.

 

Auch der Name der damaligen französischen Umweltministerin Ségolèn Royal befand sich auf der Liste. Wegen ihrer ablehnenden Position gegenüber Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat galt sie als „null beeinflussbar“. Sie verlangte Schritte, “um das System von schädlichem Lobbying zu säubern“. Die Zeitung „Le Mond“ und eine Journalistin, die auf dieser Liste stand, reichten die Klage ein. Nachdem die Staatsanwaltschaft in Paris Ermittlungen wegen illegaler Erfassung privater Daten aufgenommen hat, meldete sich auch Bayer-Konzern zu Wort und betonte, von der Affäre nichts gewusst zu haben.

 

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