Wirtschaft
Tofudevice/shutterstock.com
Skandal: Mercedes-Benz spionierte seine Kunden aus
22.08.2019

Dass man das Kleingedruckte im Vertrag sorgfältig lesen soll, weißt eigentlich jeder. Sonst könnte einem das passieren, was den britischen Mercedes-Kunden geschah: sie wurden von dem Autohersteller ausspioniert.

 

Mercedes-Benz hat in Großbritannien einen großen Absatzmarkt – rund 170.000 Autos wurden letztes Jahr dort verkauft. 80 Prozent der Neu- und Gebrauchtwagen finanzierten Käufer durch Kredite. Um potenzielle Schuldner auszuspuren, stattete der Autokonzern die Karossen mit Sensoren aus, die die Autos orteten. Die Daten wurden an einen zentralen Standort des Unternehmens weitergeleitet.

 

Wie lange Mercedes seine Kunden auf dieser Weise ausspionierte, ist noch unklar. Das Unternehmen betonte, dass diese Sensoren nur unter "extremen Umständen" aktiviert wurden, um die im Zahlungsverzug geratenen Fahrer zu lokalisieren und das Fahrzeug zu beschlagnahmen. Die Ortung von Fahrzeugen ohne Wissen und Zustimmung des Fahrers wird aber im EU-Datenschutzgesetz ausdrücklich verboten. Man geht davon aus, dass viele Käufer die langen Allgemeinen Geschäftsbedingungen einfach nicht gelesen haben.

Tweet