Wirtschaft
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So profitieren Kleinsparer von der Negativzinspolitik der EZB-Bank
13.08.2019

Der noch EZB-Präsident Mario Draghi kündigte erneut eine weitere Lockerung der Geldpolitik an. Somit werden die Negativzinsen für Kleinsparer immer wahrscheinlicher. Zum ersten Mal zieht eine große deutsche Bank wie Münchener Sparkasse in Erwägung, die Privatkunden mit dem Negativzins zu bestrafen.

 

Sollte der Einlagenzins der EZB von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent oder sogar noch weiter runtergehen, wird sich früher oder später jedes Institut mit diesem Thema auseinandersetzen müssen und wahrscheinlich nicht mehr umhinkommen, das den Kunden in Rechnung zu stellen“, erklärte Ralf Fleischer, der Chef der Stadtsparkasse München gegenüber dem „Münchener Merkur“.

 

Im letzten Jahr zahlte die Sparkasse bereits Negativzinsen in Höhe von 13 Millionen Euro. Sollte es genauso weitergehen oder wird die Summe auf 20 Millionen erhöht, werden diese Ausgaben an die Sparer weitergegeben. Den Kleinsparern werden eventuell Freibeträge für Guthaben bis 50 000 Euro oder 100 000 Euro gewährt. Dem Verbraucherportal “Biallo“ zufolge gib es 112 deutschen Geldhäuser, die Negativzinsen von ihren Privatkunden erheben. Bis Dato waren es überwiegend kleinere Banken wie die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee. Mit der Münchener Sparkasse geht es zum ersten Mal um die größte Sparkasse in Bayern und fünftgrößte in ganz Deutschland. Am 12. September wird der EZB-Rat über die eventuelle weitere Zinssenkung entscheiden.

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