Wirtschaft
Drop of Light / Shutterstock.com
So will die EU jetzt Steuersünden ausrotten
19.06.2017

Jährlich werden etliche Milliarden am Fiskus der EU-Staaten vorbeigeschmuggelt und in Steueroasen geparkt. Damit will die EU-Kommission nun aufräumen. Ausgerechnet Rechtsanwälte, Banker und Wirtschaftsprüfer sollen dabei helfen.
 

Mit dem Bekanntwerden der sogenannten „Panama Papers“ im April 2016 gerieten Rechtsanwälte, Banker, Wirtschaftsprüfer und ihre zwielichtigen Methoden in den Fokus der Öffentlichkeit. Mit ihrer fachkundigen Hilfe konnten die Kunden ihr Geld in illegalen Offshore-Konstrukten vor dem Finanzamt verstecken. Sogenannte Vermittler ermöglichten etwa deutschen Investoren, dass diese ihre Vermögen in eine Stiftung in Panama stecken konnten, ohne als offiziell Begünstigter geführt zu werden. Damit soll nach den Plänen der EU-Kommission in Zukunft Schluss sein. Nun sollen sich Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und all jene, die mit „potenziell aggressiven Steuerabsprachen“ zu tun haben am Kampf gegen diese Art der Steuerhinterziehung beteiligen.
 
Deshalb sollen diese Fachleute die Behörden im Vorfeld über die fragwürdigen Steuerdeals in Kenntnis setzten. Die Finanzbehörden der EU-Staaten könnten so die geplanten Steuervermeidungsstrategien verhindern, bevor diese in Kraft treten. Rechtsanwälte, Banker und Wirtschaftsprüfer wären in Zukunft dazu verpflichtet, potenzielle Steuerbetrüger zu melden, ansonsten drohten ihnen Strafen. Zudem müssten auch die Finanzbehörden der EU-Staaten ihre Erkenntnisse und Daten untereinander austauschen. So könnten die Behörden auch illegale Steuerabsprachen über mehrere Länder hinweg aufdecken.
 
Am Mittwoch stimmen die EU-Staaten und das Europaparlament über den Gesetzesvorschlag der Brüsseler Behörde ab. 

Tweet