Wirtschaft
Foto: Shutterstock.com
Alles aber billig – So sparen Krankenkassen uns krank?
16.04.2018

Das neue Gesetz zur Heil- und Hilfsmittelversorgung ist seit einem Jahr in Kraft getreten und trotzdem gibt es viele Beschwerden von älteren und chronisch kranken Patienten. Brillen, Hörgeräte oder Gehhilfen seien von schlechter Qualität. Das Deutschlandfunk stellt nun eine wichtige Frage, bieten die Krankenkassen etwa Billigprodukte an, um Kosten zu sparen? Achten einige Krankenkassen eher auf den Preis als auf die Qualität? Grund für diese Diskussion seien diverse Ausschreibungen, die die Kassen nutzen, um die Hilfsmittel für die Patienten möglichst billig einzukaufen. Und was ist mit der Qualität?
 
„Wir haben gemerkt in den vergangenen Jahren, dass bei Ausschreibungen von Hilfsmitteln die Anbieter gewonnen haben, die zwar die Billigsten waren, die aber eine schlechte Qualität geliefert haben. Sowohl was die Produkte, wie auch die Dienstleistungen betrifft. Und das wollte die Politik nicht", kommentierte der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem.
 
Deshalb habe die Große Koalition vor einem Jahr die Regeln verschärft, berichtet DLF. Der Preis dürfe demzufolge bei Ausschreibungen nur noch mit 50 Prozent in die Bewertung eingehen. Hilfsmittel, die individuell angepasst werden müssen, sollen nicht mehr ausgeschrieben werden.
"Grundsätzlich steht im Sozialgesetzbuch, dass die Kassen wirtschaftlich und sparsam handeln sollen. Aber die Wirtschaftlichkeit und die Sparsamkeit erfolgt nur im Rahmen der geltenden Gesetze. Und die schreiben für Hilfsmittel eine bestimmte Qualität vor", forderte das Bundesversicherungsamt.
 
Andererseits sparen Ausschreibungen viel Geld. Dazu seien die Krankenkassen auch verpflichtet. "Wir müssen sparsam mit den Beiträgen der Versicherten umgehen", sagte Thomas Bodmer, Vorstand der DAK-Gesundheit.
Mit anderen Worten: Krankenkassen finanzieren das medizinisch Notwendige, aber Patienten können öfters andere Wünsche haben. Kann man hier eine goldene Mitte finden?

Tweet