Wirtschaft
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Speisekarte im Bundestag: Keine Produkte kommen aus Deutschland
11.07.2019

Die deutschen Bauern rechnen damit, dass ihre Produkte eine große Nachfrage in eigenem Land finden. Und das wäre allein aus Solidaritätsgründen richtig. Ausgerechnet im Bundestag versteht man von der Solidarität nicht viel. Das zeigt die auf Facebook gepostete Speisekarte des Jakob-Kaiser-Hauses deutlich.

 

 

Ente aus Frankreich, Pfifferlinge aus Polen, Lamm aus Irland, Lachs aus Norwegen und Rinderhüfte natürlich aus Argentinien werden für die Diener des Volkes zubereitet. Beim Auswahl der Produkten sucht man regionale Herkunft vergeblich. "Der Kunde ist König! Und wir machen, was ihr da draußen wollt. Aber verdammt noch mal – dann unterstützt uns gefälligst auch! Aber nicht ein einziges Stück Fleisch aus Deutschland. Nicht eins! Ich frag mich, warum nicht? ", sagte der entsetzte Landwirt Thomas Andresen aus Schleswig-Holstein. Die Frage hatte auch die FDP-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad und veröffentlichte die Speisekarte auf Facebook. "Wenn nicht einmal in den Restaurants des Deutschen Bundestages Wert darauf gelegt wird, Produkte von Erzeugern vor Ort zu beziehen, ist das ein echtes Armutszeugnis", so Politikerin.


 

Diese Facebook-Post sorgte für eine Diskussion, die zeigte, dass leider nicht alle verstanden, worum es beim Post eigentlich ging. Der CDU-Abgeordnete Axel Müller meinte, dass es nicht die einzige Kantine im Bundestag sei. "Und im Übrigen sind die Restaurants wohl alle verpachtet. Kann man einem Pächter vorschreiben was und wo er einkaufen muss?", fragte Müller. Auch andere kommentierten ähnlich: "Diese Restaurantbetreiber agieren natürlich kaufmännisch, im Einkauf liegt der Gewinn" oder "Wir importieren Leckereien die es bei uns nicht gibt. Warum wird jedem vorgeschrieben, was auf seinem Hausherd gekocht wird? Ich stelle mir gerade unser Deutschland vor, wenn wir nichts mehr im- und exportieren."


 

 

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