Wirtschaft
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Steuerparadies für die reichen Deutschen
12.06.2019

Steuerparadies Luxemburg macht es auch nach „Luxemburg Leaks“ vor fünf Jahren die Steueroptimierung möglich. Und das nutzen die deutsche Familienunternehmen gerne weiter. EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici bietet die EU-Mitgliedstaaten, mehr gegen die Steuervermeidung zu unternehmen.


 
Bei „Luxemburg Leaks“ kam heraus, dass die Konzerne ihrer Steuerabgaben auf unter ein Prozent senken konnten. Und das ist laut Experten immer noch möglich. Eine Recherche von NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ hat ergeben, dass rund 20 der reichsten deutschen Unternehmensfamilien diese Steuervorteile nutzen. Bei der Auswertung eines Datensatzes mit Registerauszügen kam der Name Riemann ans Licht. Der steht ganz oben auf der Liste der reichsten Deutschen und beteiligt sich an den Konzernen wie Calgon, Clearasil, Senseo und Jacobs-Kaffee. Die von der Familie geführte Firma JAB Holding machte 2017 rund 338 Millionen Euro Gewinn, zahlte völlig legal nur 1,1 Millionen Euro Steuerabgabe, was ein halbes Prozent des Gesamtgewinns darstellt.


 
Man könnte nämlich bei der Buchhaltung die hohen Rücklagen bilden, die für großzügige Bonuszahlungen in Form von Aktienoptionen genutzt werden. 2018 wurden rund 200 Millionen und 2017 sogar satte 600 Millionen zurückgelegt. Dieses Geld zieht man vom Gewinn ab, die Boni werden aber Jahre später ausgezahlt. Die Familie Riemann halte sich an alle geltenden Gesetze, zahle alle fälligen Steuern und habe Luxemburg aus anderen Gründen als Standort gewählt, erklärte eine JAB-Sprecherin.

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