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Studie belegt: Wer in bar zahlt, spart mehr
25.03.2020

In Zeit der Corona-Pandemie stellt sich wahrscheinlich jeder die Frage, wie man am sichersten, im Sinne der Ansteckungsgefahr, an der Supermarktkasse zahlt. Das von den meisten Deutschen so beliebtes Bargeld wird ohnehin als Abhilfe zur Steuerhinterziehung und dem Terrorismus stigmatisiert. Angesichts des Coronavirus rät auch der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Helmut Schleweis: "Wir empfehlen aber kontaktlose Zahlungen mit Karte oder Smartphone. Damit kann das Ansteckungsrisiko deutlich minimiert werden. Das entspricht auch den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO)", sagte er. 

 

Es gibt tatsächlich europäische Länder, in denen das digitale Bezahlen schon längst die Banknoten ersetzte. Schweden und Finnland gehören auf der ersten Linie dazu. Währen Schweden bis 2023 als Erste auf Bargeld komplett verzichten möchte, hat Finnland seine Zweifel an dem Ganzen. Die Zentralbank Finnlands führte eine Studie durch, die deutlich zeigte, dass das digitale Bezahlen oft mit einer Schuldenfalle im Zusammenhang steht. „Die Verbraucher haben in Bezug auf Zahlungen bereits weitestgehend zur digitalen Welt gewechselt. So können sie ihr vorhandenes Budget nicht mehr spüren wie früher, und das erschwert ihnen das Verwalten ihrer Finanzen“, erklärte der Gouverneur der Zentralbank Finnlands Olli Rehn.

 

Vor zwei Jahren bezahlten bereits 81 Prozent der Finnen mit einer digitalen Zahlungsmethode und nur noch 19 Prozent blieben bei den Bargeldzahlungen. Genau in dieser Zeit stieg die Verschuldung bei den privaten Haushalten auf das Doppelte, pro Kopf ausgerechnet von 62,8 auf 127 Prozent des Einkommens. Rund 390.000 Finnen, und die repräsentieren sieben Prozent der Bevölkerung, verschuldeten sich so stark, dass sie gar zahlungsunfähig sind. „Nutzer mobiler Zahlungsmöglichleiten überziehen eher ihre Girokonten, verwenden teure Kreditkarten, verschulden sich bei alternativen Finanzdienstleistern und heben Geld vom Rentenkonten ab“, berichtete das Global Financial Literacy Excellence Center an der George-Washington-Universität. Das digitale Bezahlen erfordert also eine finanzielle Kompetenz.   

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