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Amazon-Boykott: Diese Produkte werden nicht mehr gelistet
12.12.2017

Das ähnelt einem mythischen Kampf Davids gegen Goliath. Der ungleiche Kampf zwischen dem deutschen Traditionshersteller Birkenstock und dem Weltkonzern Amazon setzt aber den Online-Riesen in ein schlechtes Licht. Der deutsche Schuhfabrikant wirft Amazon „Täuschung der Verbraucher“ vor und nimmt alle Produkte aus dem Online-Sortiment.
 
Der Grund für die Boykott-Erklärung liegt im Online-Angebot von gefälschten Birkenstock-Produkten. In den Amazon-Richtlinien steht fest: „Wir entfernen Produkte, die gegen unsere Teilnahmebedingung verstoßen, sobald wir Kenntnis davon erlangen und ergreifen entsprechende Maßnahmen gegenüber dem Verkäufer.“ Obwohl Birkenstock die Beschwerde über Fälschung bei Amazon eingereicht hat, reagiert der Konzern darauf nicht. Die deutsche Firma, die im 18. Jahrhundert gegründet wurde, lebt vom Qualitätsversprechen der Marke. Produktfälschungen sind für das Unternehmen existenzgefährdend.
 
Der Kampf gegen Goliath soll nicht unbedingt erfolgreich sein. Im Online-Handel gebe es einen „riesen Graubereich“, erklärt Jens Borchardt, Fachanwalt für IT-Recht. Betreiber von Online-Plattformen sind nicht dazu verpflichtet, jedes Angebot auf Fälschung zu prüfen. Die Hersteller seien „sehr schutzlos“, so Borchardt.
 

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