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Tierquälerei: Gnadenlos werden jedes Jahr etwa drei Millionen Tiere im Namen der Menschheit geopfert?
08.01.2018

Tierversuche sind seit längerem heftig umstritten. Die Wissenschaftler betonen ihren Nutzen für die Forschung, die Tierschützer verlangen, die Folterungen gesetzlich zu verbieten. Ein Kompromiss ist kaum zu erzielen. Die Zahl von gentechnischen Experimenten mit Tieren nimmt inzwischen in Deutschland dramatisch zu. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft fielen 2016 rund 2,8 Millionen Tiere zum Opfer der Wissenschaft. Dabei geht es nicht nur um Mäuse oder Kaninchen. Fast 4000 Hunde, 2460 Affen und 770 Katzen mussten schlimme Qualen für das Wohl des Menschen erleiden.
 
 Der massive Anstieg an Tierversuchen im Bereich der Gentechnik sei nicht akzeptabel, sagt Nicole Maisch, Sprecherin für Tierschutz- und Verbraucherpolitik der Grünen im Bundestag. „Gerade wenn der medizinische Nutzen äußerst fragwürdig ist oder sich Versuche bereits als nicht erfolgreich herausgestellt haben, dürfen nicht weiter Tiere gequält werden." Auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, ist der gleichen Meinung: „Ergebnisse, die mit Hilfe genmanipulierter Tiere gewonnen wurden, lassen sich meist nicht auf den Menschen übertragen und sind damit unbrauchbar."
 
Sprecherin der Max-Planck-Gesellschaft, Chrsitina Beck, betont jedoch die Wichtigkeit dieser Experimente. Insbesondere für die Hirnforschung seien Tierversuche „dringend notwendig“. Man kann jedoch einwenden, dass Tiere häufig auch für kommerzielle Ziele der Kosmetikindustrie gequält werden. Die Bundesregierung hat letztes Jahr das Ziel gesetzt, die Zahl der Gentechnik-Experimente an Tieren zu reduzieren. Es scheint, dass das Ziel bis jetzt verfehlt wurde.

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