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Trickserei der Airlines: Urlauber bleiben auf ihren Kosten sitzen
22.04.2020

Coronavirus machte den Urlaubern einen dicken Strich durch die Rechnung. Ob und wann der Sommerurlaub überhaupt möglich wird, steht noch in den Sternen und wer eine Reise schon lange im Voraus buchte, steht nun vor einem Dilemma – stornieren oder abwarten. Und wenn doch: Wie kriege ich mein Geld zurück.

 

Eigentlich sollte die Sache nach dem Verbraucherrecht klar sein. Die Reiseveranstalter ebenso wie die Fluggesellschaften, die die Reisen absagen, müssen den Kunden das Geld erstatten. Doch so eindeutig sieht die Lage derzeit leider nicht. Viele Verbraucher sitzen immer noch auf ihren Kosten. “Mancher Reiseanbieter spielt wohl ein bisschen auf Zeit, weil die Gutschein-Lösung noch im Raum steht”, sagte Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Thomas Bradler. Die Reiseveranstalter und Airlines dürfen, dem Wunsch der Bundesregierung nach, statt Geld die Gutscheine den Betroffenen auch dann anbieten, wenn es gar nicht gewünscht ist. Ob diese Gutschein-Lösung zum Gesetz wird, muss die EU-Kommission irgendwann entscheiden.

 

“Manche verweigern die Rückzahlung auch mit Verweis auf die Gutschein-Lösung, so als wäre diese schon Gesetz. Das ist aber nicht der Fall”, so Rechtsanwalt. Für ihn ist die Rechtslage klar: Bei den Pauschalreisen muss das Geld innerhalb 14 Tagen zurückgezahlt werden. Bei den individuell gebuchten Flugreisen gibt es eine kürzere siebentägige Frist. Schwierig wird es für die Urlauber dann, wenn die Rückerstattung verweigert wird. Dann muss man abwägen, ob man die anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen sollte. Wenn die Gutschein-Lösung doch zum Gesetz auch rückwirkend wird, bleibt man womöglich auf seinen Kosten sitzen.

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