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Trotz Verbots: VW-Händler verkauften Schummel-Diesel weiter
11.08.2017

Der Abgas-Skandal hat einen neuen Skandal: Selbst als der Betrug im September 2015 aufflog, verkauften einige VW-Händler die manipulierten Diesel-Fahrzeuge noch monatelang weiter.
 
Die „WirtschaftsWoche“ veröffentlichte Unterlagen des Bundesverkehrsministeriums aus denen hervorgeht, dass die Behörde bereits in einem Brief vom Februar 2016 an den Bund-Länder-Fachausschuss Fahrzeugzulassung vor der Zulassung von manipulierten Fahrzeugen warnte: „In den letzten Tagen ist hier bekannt geworden, dass in mindestens zwei Ländern“ den Zulassungsbehörden mehrfach Papiere vorgelegt worden seien, „um für betroffene Fahrzeuge eine Erstzulassung (...) zu erwirken“. Das Kraftfahrtbundesamt hatte Volkswagen aufgefordert, „für betroffene und noch nicht umgerüstete Neufahrzeuge“ keine neuen Zulassungsunterlagen mehr auszustellen.
 
Das stellte VW vor ein logistisches Dilemma: Die Produktion der Autos mit Betrugssoftware lief weiter. Und so sammelten sich die Diesel-Pkw bei den Händlern an, da sie nicht weiter verkauft werden durften. Doch offenbar ignorierten einige Händler das Verbot. Das fiel allerdings einigen Beamten in den Zulassungsstellen auf, die dies dem Verkehrsministerium meldeten. Daraufhin empfahl die Behörde entsprechende Maßnahmen: von Bußgeldern, über strafrechtliche Ermittlungen bis zur Untersagung des Betriebes. Wie VW bestätigte, hätten unabhängige Händlerbetriebe, die nicht zum Konzern gehören, bis mindestens April 2016 noch manipulierte Diesel verkauft, obwohl dies bereits seit Oktober 2015 verboten gewesen sei. VW sprach von „Einzelfällen“, in deren Zusammenhang einem Händler gekündigt wurde.    

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