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Übernahmeangebot vorgelegt- US Finanzinvestor will 20% von Springer Verlag
12.06.2019

It´s a deal… Die Axel Springer SE hat heute eine Investorenvereinbarung mit Traviata II S.à r.l., einer Holdinggesellschaft im Besitz von Fonds, die von der Beteiligungsgesellschaft KKR gehalten werden, getroffen. Damit startet der Investor KKR die Übernahme der börsengelisteten Springer-Aktien. Traviata bietet Springer-Aktionären 63 Euro pro Aktie. Zum Börsenschluss am Dienstag waren die Papiere je 56 Euro wert, ein Aufschlag von 12 %. Springers Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen den "strategischen und finanziellen" Partner.

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Springers Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen den "strategischen und finanziellen" Partner. Springer hatte die Gespräche mit KKR Ende Mai bestätigt. Der Medienkonzern erhofft sich davon frisches Geld für das "langfristige Wachstum und die Investitionsstrategie". 
Darüber hinaus sind sich die Parteien einig, dass Axel Springer auch in Zukunft über sämtliche Kanäle hinweg, national wie international, eine führende Stimme für unabhängigen Journalismus sein wird. Dies bedeutet Beobachtern zufolge vor allem die digitalen Rubrikenangebote gegen die Konkurrenz der Tech-Plattformen zu positionieren, etwa durch weitere Zukäufe.

KKR in Talks to Take Publisher Axel Springer Private

Die Beteiligungsgesellschaften von Verlagserbin Friede Springer und Verlagsboss Mathias Döpfner behalten ihre Anteile. Friede Springer (42,6 %) und Mathias Döpfner (2,8 %) besitzen zusammen nur 45,4 %. Deshalb regelt der Deal mit KKR, dass "keine Entscheidungen auf Gesellschafterebene ohne die Zustimmung von Friede Springer getroffen werden können".

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Die Witwe des ehemaligen Springer Gründers sagte: "Unsere journalistischen Prinzipien und unsere Unternehmenskultur bleiben die Grundlage, auf die wir bauen und in die wir vertrauen. KKR wäre ein guter Partner, der dies genauso sieht und mit dem Axel Springer die nächsten bedeutenden Schritte vollziehen könnte."
Kritiker der Übernehme sehen nun mehr denn je Risiken für das Geschäft mit gedruckten Zeitungen, Digital-Experte Sven Schmidt sieht Vorteile vor allem für Döpfner, etwa durch höhere Boni.