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Unverschämte Kündigung: "Ich soll mich selbst ersetzen für wenig Lohn"
27.02.2019

Wie sieht es eigentlich mit der Arbeitsmoral in Deutschland aus? Spielt das Menschliche noch überhaupt eine Rolle? Eine Antwort auf diese Frage weiß ein 46-Jähriger Mann aus Hengersberg (Landkreis Deggendorf). Nach 11 Jahren wurde er von dem Automobil-Zulieferer Webasto entlassen. Was danach passierte, ist nicht nur absurd, sondern auch unverschämt.
 
Daniel Linke durfte nur noch bis Ende 2018 bei seinem langjährigen Arbeitgeber Webasto arbeiten. Danach wurde ihm betriebsbedingt gekündigt. Was macht man in diesem Fall? Richtig, man geht zum Arbeitsamt. Und da begann es richtig absurd zu sein. Daniel Linke wurde eine Leiharbeit bei dem alten Arbeitgeber angeboten und zwar für seine gekündigte Stelle.
 
„Ich soll mich quasi selbst ersetzen allerdings für weniger Lohn“, sagte Linke. Das unverschämte Vorgehen des Unternehmens entsetzte der Betriebsrat von Webasto. „Es ist ja schon eine Blamage, wenn ab September die ersten Kündigungen ausgesprochen werden und die Firmenleitung schon im Januar an den Betriebsrat herantritt, dass wir bis zu 38 Leiharbeiter freigeben sollen“, so ein Betriebsrat. Doch dem Webasto ist es nicht peinlich. Es sei „gerade in der Automobilindustrie nicht ungewöhnlich, dass die Umsetzung einer strategischen Personalplanung und kurzfristige Nachfrageschwankungen zusammenkommen“, sagt das Unternehmen.
 
 

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