Wirtschaft
So gefährden Freimaurer die deutsche Vereinskultur
09.08.2017

Eigentlich ging es um die geheimnisvolle und mysteriöse Freimaurerloge, die seit Jahrhunderten viele Menschen fasziniert und trotzdem geheim bleibt. Jetzt gibt es ein Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) zur Freimaurerloge, das auch für viele andere Vereine in Deutschland zum Problem werden könnte, berichtet der Focus. Dem Freimauern wurde die Gemeinnützigkeit entzogen, weil sie keine Frauen aufnehmen. Damit sind auch sämtliche Steuervorteile weg.
 
„Die Klägerin diskriminiert Frauen, da sie nur Männer als Mitglieder aufnimmt und nur diesen das Erlebnis des Rituals in den Tempelarbeiten offen steht.“, heißt es in der Begründung. Das sei ein Verstoß gegen Artikel 3 des Grundgesetzes. Wer aber gegen das Grundgesetz verstößt, ist nicht gemeinnützig.
 
Eigentlich ist es klar, aber was ist mit allen Frauenchöre, Männergesangsvereinen oder Schützenbruderschaften, die in Deutschland so verbreitet sind? Schließlich steht es in der Pressemitteilung: „Eine Freimaurerloge, die Frauen von der Mitgliedschaft ausschließt, ist nicht gemeinnützig. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17. Mai 2017 V R 52/15 scheitert ihre Gemeinnützigkeit daran, dass sie nicht darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit i.S. von § 52 Abs. 1 der Abgabenordnung zu fördern“. Und weiter. „Die Entscheidung ist zu einer traditionellen Freimauerloge ergangen. Das Urteil des BFH könnte sich aber auch auf Vereine auswirken, die die Gemeinnützigkeit in Anspruch nehmen, aber wie z.B. Schützenbruderschaften, Männergesangsvereine oder Frauenchöre Männer oder Frauen ohne sachlichen Grund von der Mitgliedschaft ausschließen“.
 
Nach Ansicht der Steuerexperten könnten deutsche Vereine ohne diese Vergünstigungen nicht überleben, wenn ihnen der Status der Gemeinnützigkeit entzogen wird.
 
„Ihr Engagement für Brauchtum, soziales Miteinander und oft auch für karitative Zwecke reicht regelmäßig weit über die Vereinsgrenzen hinaus und verdient daher eine Entlastung bei der Steuer“, kommentierte Nordrhein-Westfalens Finanzminister Lutz Lienenkämpfer gegenüber der  Kölnischen/Bonner Rundschau.

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