Wirtschaft
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US-Sanktionen gegen Frankreich: Trump wütet über "Macrons Dummheit"
30.07.2019

Der französische Präsident Emmanuel Macron unterzeichnete ein Gesetz, das den US-Präsidenten Donald Trump zum Glühen brachte. Es geht um die dreiprozentige Digitalsteuer, die auf die Gewinne von Digitalkonzernen wie Facebook oder Amazon einfallen wird. Vor allem trifft sie die US-amerikanische Unternehmen, wobei auch Unternehmen aus China, Deutschland, Großbritannien und Frankreich darunter fallen. Die rückwirkend vom 1. Januar 2019 geltende Steuer wird dem französischen Fiskus zusätzlich rund 400 Millionen Euro bringen.

 

Wir werden in Kürze bedeutende Gegenmaßnahmen zu Macrons Dummheit verkünden“, wütete Trump über Twitter. Und die Gegenmaßnahme wurde auch schnell gefunden. Als Vergeltung überlegte sich der US-Präsident, französischen Wein mit Strafzöllen zu belegen. "Ich habe amerikanische Weine immer lieber gemocht als französische Weine." Trump trinke selbst zwar keinen Alkohol, aber ihm gefalle, wie amerikanische Weine aussähen, erklärte er vor der Presse. "Amerikanische Weine sind toll."

 

Und damit trifft Donald Trump einen sehr sensiblen Punkt, denn die USA sind der Hauptexportmarkt französischer Winzer. Durch die Strafzölle würde der Preis für französische Weine für die amerikanischen Verbraucher erheblich steigen. Zunächst suchte Frankreich nach einer globalen oder europäischen Lösung für eine Digitalsteuer, aber erzielte noch keine Einigung. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire erklärte, dass er an der Steuer solange festhalten wolle, bis eine internationale Lösung gefunden wäre. Nach Trumps Drohung kamen aber viel sanftere Töne von dem französischen Finanzminister. Er sagte in Paris, man wolle eng mit Washington zusammenarbeiten, um eine Regelung auf internationaler Ebene zu erreichen und die neue Steuer richte sich nicht gezielt gegen US-Unternehmen.

 

 

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