Wirtschaft
Foto: Shutterstock.com
Unterfinanzierte Jobcenter schöpfen Geld von Hartz IV-Empfängern ab
08.05.2018

Mehr als 400 deutsche Jobcenter haben nicht genug Geld. Deswegen muss das Geld umgeschichtet werden, berichtet die SZ. Das Heißt: das Geld für die Förderung von Hartz-IV-Empfängern wird in die Verwaltung investiert.
 
„Wenn man etwas für den Zusammenhalt der Gesellschaft und gegen Langzeitarbeitslosigkeit tun will, dann brauchen wir mehr Geld“, kommentierte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele.
Nach Angaben der SZ wird das Geld seit Jahren umgeschichtet. Das Geld, das für die Förderung und Qualifizierung von Hartz-IV-Empfängern vorgesehen ist, geben die Jobcenter für die Verwaltung, für Personal, IT sowie steigende Energiekosten aus.
 
Alleine im Jahr 2017 seien nach Angaben der Bundesregierung bereits 911 Millionen Euro aus dem Topf für „Eingliederung in Arbeit“ in das Verwaltungsbudget geflossen. Auch 2016 war es auch der Fall, und das Jahr 2018 wird keine Ausnahme sein.
 
"Gerade jetzt in Zeiten guter Kassen müssten Förderung und Qualifizierung in der Grundsicherung allerhöchste Priorität haben", sagte Ekin Deligöz, die die Grünen im Haushaltsausschuss des Bundestags vertritt. Es sei "ärgerlich und zukunftsblind", zitierte die SZ ihre Worte. "Diese Umschichtungen müssen aufhören", forderten Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der BDA, und DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. 

Tweet