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Wirtschaftsboom in Südeuropa: Weitere Schlappe für Merkel?
09.01.2018

Es wurde fast unhinterfragt angenommen, dass die Südländer zu faul seien, um die Wirtschaft in ihren Ländern anzukurbeln. Die ganze Schuld für die wirtschaftliche EU- Krise der letzten Zeit wurde auf Südeuropa abgewälzt. Deutschland gab sich gerne als Europaretter aus. Doch die Situation hat sich rasch verändert. Die Wirtschaft in Spanien, Italien und sogar in dem als hoffnungslos aufgegebenen Griechenland boomt. Die Wirtschaftswerte sind dabei besser als die in Deutschland.
 
Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Exporte steigen, die Wirtschaftsleistung pro Kopf wächst. Die Krisenländer von gestern zeigen beeindruckende Ergebnisse. Deutschland schleppt sich hinterher. Dabei zahlt man in Südeuropa weniger Steuer und arbeitet weniger als in Deutschland. In Portugal wurden 2015 zum Beispiel Mindestlöhne angehoben und Arbeitszeiten reduziert. Für Schäuble wäre diese Regierungsentscheidung ein Albtraum gewesen. Das Pro-Kopf-Einkommen der Portugiesen stieg 2017 aber um fast drei Prozent.
 
Dieser wirtschaftliche Boom zeigt vor allem, dass die Sparpolitik der Bundesregierung nur das Gegenteil bewirkt. Es ist an der Zeit, die ökonomische Sinn-Kompetenz der Merkel-Regierung zu hinterfragen. In Angesicht der unerwarteten Erfolge der Südländer scheinen Merkels Verdienste als Kanzlerin, sehr bescheiden zu sein. 

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